Die Sicherheitsunterweisung im Arbeitsschutz

veröffentlicht am 17. November 2015 in Sicherheit & Arbeitsschutz von

Wie man als Arbeitgeber mit der Durchführung der Sicherheitsunterweisung Rechtssicherheit schafft

Am Arbeitsplatz ereignen sich immer wieder Unfälle oder gefährliche Situationen mit erheblichen Bedrohungen für Leben und Gesundheit von Mitarbeitern und anderen Personen, die hätten verhindert werden können, wenn der Arbeitgeber seiner Pflicht zur Unterweisung der Mitarbeiter entsprochen hätte. Nicht nur deshalb handelt es sich nicht nur um ein Kavaliersdelikt, wenn die Sicherheitsunterweisung nicht oder nicht fristgerecht durchgeführt wird.

Arbeitsschutz Unterweisungen

Die Verpflichtung des Arbeitgebers zur Durchführung einer Sicherheitsunterweisung findet sich an verschiedenen Stellen. Zentrale Fundstelle ist der § 12 im Arbeitsschutzgesetz (ArbSchutzG). Auch die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichVO) im § 9, die Gefahrstoffverordnung (in § 14) und die DGUV Vorschrift 1 „Grundsätze und Prävention“(§ 4) sehen die Sicherheitsunterweisung vor. Verantwortlich für die Durchsetzung der Sicherheitsunterweisung ist der Unternehmer im Rahmen seiner Gesamtverantwortung für den Arbeitsschutz im Unternehmen.

Wer führt im Unternehmen die Sicherheitsunterweisung durch?

In der Regel wird der Unternehmer die Sicherheitsunterweisung nicht persönlich durchführen, sondern auf eine Führungskraft in der mittleren Managementebene delegieren. Allerdings bleibt der Unternehmer weiterhin verantwortlich, auch wenn er eine andere Person mit der Ausübung der Sicherheitsunterweisung beauftragt hat. Die Übertragung dieser Pflicht sollte immer schriftlich erfolgen. Es ist sinnvoll, wenn sich der Unterweisende von der Fachkraft für Arbeitssicherheit in der Vorbereitung auf die Unterweisung helfen lässt.

Auf den ersten Blick erscheint die Sicherheitsunterweisung für die Führungskraft als eine eher lästige Pflichtaufgabe. Dabei wird bei einer solchen Betrachtung häufig außer Acht gelassen, dass die Sicherheitsunterweisung zugleich eine sehr gute Möglichkeit für die Führungskraft ist, Vertrauen zu seinen Mitarbeitern aufzubauen. Es kommt also auf die Art der Sicherheitsunterweisung an, dem Mitarbeiter zu vermitteln, dass es sich hierbei um eine Maßnahme handelt, die seinem Schutz und seiner Sicherheit dient. Die Sicherheitsunterweisungen müssen zu bestimmten Intervallen bzw. Anlässen durchgeführt werden. So sind sie zwingend bei Einstellung vor Aufnahme der Tätigkeit und bei Versetzung an einen anderen Arbeitsplatz vorzunehmen. Andernfalls müssen sie mindestens einmal jährlich erneuert werden. Es kann sich auch durch einen bestimmten Anlass ergeben, eine Sicherheitsunterweisung durchführen zu müssen. Zum Beispiel nach einem Unfall oder der Erkenntnis der Führungskraft, dass eine unsichere Situation vorliegt.

Wie wird die Sicherheitsunterweisung durchgeführt?

Letztlich liegt es im Ermessen des Unterweisenden, auf welche Art und Weise er die Sicherheitsunterweisung durchführt. In der Gestaltung ist er durchaus frei. Jedoch ist zwingend, dass die Sicherheitsunterweisung für jeden Teilnehmer verständlich ist. Es ist auch ratsam, dem Mitarbeiter Raum zu geben, mögliche Gefahrenpotentiale aus seiner Sicht benennen zu können. Dies hat einerseits den Charme, den Mitarbeiter aktiv in die Sicherheitsunterweisung mit einzubeziehen und andererseits können sich daraus sicherheitstechnische Maßnahmen ergeben.

Der Inhalt einer Sicherheitsunterweisung richtet sich nach ihrem Ziel. Es sind die Sicherheitsmaßnahmen zu unterweisen, die in einem kausalen Zusammenhang mit dem Arbeitsplatz des Beschäftigten stehen. Sofern betroffen können sich die Themen Arbeiten mit Maschinen, Heben und Tragen, Umgang mit Gefahrstoffen und elektrischen Geräten anbieten. Darüber hinaus müssen die Mitarbeiter auf das Verhalten bei Bränden und bei Unfällen hingewiesen werden. Weiter wie sie die persönliche Schutzausrüstung nutzen und andere Themen wie Ordnung am Arbeitsplatz. Die Durchführung der Sicherheitsunterweisung ist zu dokumentieren. Dazu muss der Name des Unterweisenden, das Thema, die Uhrzeit und das Datum der Sicherheitsunterweisung aufgeschrieben werden. Die Unterwiesenen dokumentieren ihre Teilnahme durch eigenhändige Unterschrift.


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